Archive for Juni 2010

Religion – Opium fürs Volk oder Ausdruck eines kollektiven Bewusstseins?

Juni 19, 2010


„Vertraue niemanden der behauptet die Wahrheit zu kennen, sondern immer dem der nach ihr sucht“, ist dann der Glaube glaubwürdig?
Wir wissen es nicht und haben uns auf die Suche gemacht. Gefunden haben wir Hadayatullah Hübsch, er ist Imam Dschuma der Nuur-Moschee in Frankfurt a.M. und bereits seit 40 Jahren auf dem Weg eines gläubigen Moslems. Er ist ebenfalls großer Schriftsteller mit einer turbulenten Vergangenheit und dem Höhepunkt im Jahre 1968. Die Studentenrevolte, der Umbruch und Aufbruch in eine freie Welt.
Hübsch war am ersten Juniwochenende zu Gast in Dresden und hat unsere 9. Sendung bereichert und Verständnis eingeräumt zum kritischen Thema ISLAM und all den Konflikten ringsum. Die konventionellen Vorstellungen darüber lasten als dunkler Schleier im Gemüt der Mehrheit.
Aber irgendwie hat sich ein verzerrtes Bild eingebrannt dass nun kritisch hinterfragt werden sollte, denn das Motto der Gemeinde in der Hübsch lebt lautet LOVE FOR ALL, HATRED FOR NONE. Nix mit Terror und evil Kampfpanzermanier. Kein Paradies mit Flüssen aus Honig und Wein, kein Harem mit unzähligen Jungfrauen, Nein. Nach dem Tod kann es kein materialistisches Dasein geben, diese Vorstellungen sind Fehlinterpretationen, die bisher nur dazu geführt haben, dass sich Buchstabengläubige in folgenschwere Taten stürzen. So sieht es Hübsch. Ob es nun ratsam wäre sich einem bestimmten Gott zu verpflichten sei jedem selbst überlassen.
Nach unserer Auffassung reicht ein gesunder Menschverstand aus, Werte und Normen als Grundlage zu akzeptieren die ein friedliches Zusammenleben gewährleisten und fördern. Denn das „Gott-gegebene“ Streben und jeweilige Auslegen der religiösen Richtlinien strudelt seit vielen Jahrhunderten im Teufelskreis der ewigen Konflikte und bescherte dem Menschen viel Leid und polarisierte die Differenzen mehr als dass es Heilung mitbringt. Aber wer hält die Dinge sonst zusammen und hat sie gar auf den Weg gebracht? Chuck Norris? Wer weiß…

Die Lebensregel von Erich Mühsam jedenfalls, ist doch als Orientierung recht angenehm:

An allen Früchten unbedenklich lecken;
vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken;
Künftiges missachten, Früheres nicht bereuen;
den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen;

dem Leben zuschauen; andrer Glück nicht neiden;
stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden;
am eigenen Schicksal unbeteiligt sein
das heißt genießen und geheiligt sein.

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Wer nicht hören will muss lesen!

Juni 1, 2010


Liebe Kulturbelegschaft,
Hiermit möchten wir euch rechtherzlich einladen zu Lesung und Gespräch. Zu Gast in Dresden sind diese Woche Hadayatullah Hübsch und Michael Meinicke, zwei renommierte Schriftsteller und Repräsentanten der Beatgeneration. Hübsch war Kommune1 Mitglied, ist Imam der Nuur Moschee in Frankfurt a.M., hat über 100 Bücher geschrieben, war Vorsitzender des hessischen Schriftstellerverbandes. Meinicke ist Künstler, Zeitzeuge, war jahrelang politischer Häftling im DDR-Regime, Journalist und Beatnik schlechthin. Einer Schreiberling der freien Welt. Mit diesem Hintergrund versuchen die Querdenker Einblicke zugeben in ihr literarisches Lebenswerk aus Zeiten der Umorientierung zwischen Ost und West und IHR solltet das nicht verpassen denn LITERATUR MACHT GEIST. Zumindest geistig fit. Termine in Dresden sind wie folgt:

  • Donnerstag, 3.6. in der Scheune, Beginn 20 Uhr
  • Freitag, 4.6. im Kulturhaus Loschwitz, Beginn 20 Uhr

Für die heimlichen Leipziger unter euch gibt es am Samstag den 5.6. um 20 Uhr ebenfalls die Möglichkeit kulturelles Interesse zu zeigen, Hübsch und Meinicke lesen gemeinsam im des Geigers Rätsel (Dresdner Str. 25).

Weitere Infos zu den Personen findet ihr auf der BoomBooks website unter www.boombooks.de.

Wir werden selbstverständlich spannende Interviews vorbereiten für die übernächste Sendung, an der Religion werden wir vermutlich nicht vorbei kommen.

Morgen läuft die neue Sendung, Nummero 8, Thema wird sein: Lesen vs. Fernsehen!!! Ihr bekommt wie immer kritische Töne und reflektierende Rhetorik von uns zu hören. Im Interview haben wir Prof. Dr. Werner Jokubeit und Dipl. Kultur- und Medienpädagogin Nicole Trenkmann. Wir versuchen analytisch die beiden Medien zu differenzieren, Defizite aufzuzeigen sowie über Aussichten zu spekulieren. Schaltet ein, lasst euch berieseln oder gar aktiv teilhaben. Hört zu, guckt weniger Fern, lest Bücher und kommt zur LESUNG Leute!!!