Religion – Opium fürs Volk oder Ausdruck eines kollektiven Bewusstseins?


„Vertraue niemanden der behauptet die Wahrheit zu kennen, sondern immer dem der nach ihr sucht“, ist dann der Glaube glaubwürdig?
Wir wissen es nicht und haben uns auf die Suche gemacht. Gefunden haben wir Hadayatullah Hübsch, er ist Imam Dschuma der Nuur-Moschee in Frankfurt a.M. und bereits seit 40 Jahren auf dem Weg eines gläubigen Moslems. Er ist ebenfalls großer Schriftsteller mit einer turbulenten Vergangenheit und dem Höhepunkt im Jahre 1968. Die Studentenrevolte, der Umbruch und Aufbruch in eine freie Welt.
Hübsch war am ersten Juniwochenende zu Gast in Dresden und hat unsere 9. Sendung bereichert und Verständnis eingeräumt zum kritischen Thema ISLAM und all den Konflikten ringsum. Die konventionellen Vorstellungen darüber lasten als dunkler Schleier im Gemüt der Mehrheit.
Aber irgendwie hat sich ein verzerrtes Bild eingebrannt dass nun kritisch hinterfragt werden sollte, denn das Motto der Gemeinde in der Hübsch lebt lautet LOVE FOR ALL, HATRED FOR NONE. Nix mit Terror und evil Kampfpanzermanier. Kein Paradies mit Flüssen aus Honig und Wein, kein Harem mit unzähligen Jungfrauen, Nein. Nach dem Tod kann es kein materialistisches Dasein geben, diese Vorstellungen sind Fehlinterpretationen, die bisher nur dazu geführt haben, dass sich Buchstabengläubige in folgenschwere Taten stürzen. So sieht es Hübsch. Ob es nun ratsam wäre sich einem bestimmten Gott zu verpflichten sei jedem selbst überlassen.
Nach unserer Auffassung reicht ein gesunder Menschverstand aus, Werte und Normen als Grundlage zu akzeptieren die ein friedliches Zusammenleben gewährleisten und fördern. Denn das „Gott-gegebene“ Streben und jeweilige Auslegen der religiösen Richtlinien strudelt seit vielen Jahrhunderten im Teufelskreis der ewigen Konflikte und bescherte dem Menschen viel Leid und polarisierte die Differenzen mehr als dass es Heilung mitbringt. Aber wer hält die Dinge sonst zusammen und hat sie gar auf den Weg gebracht? Chuck Norris? Wer weiß…

Die Lebensregel von Erich Mühsam jedenfalls, ist doch als Orientierung recht angenehm:

An allen Früchten unbedenklich lecken;
vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken;
Künftiges missachten, Früheres nicht bereuen;
den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen;

dem Leben zuschauen; andrer Glück nicht neiden;
stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden;
am eigenen Schicksal unbeteiligt sein
das heißt genießen und geheiligt sein.

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3 Antworten to “Religion – Opium fürs Volk oder Ausdruck eines kollektiven Bewusstseins?”

  1. random Says:

    juhu, haben gestern mal wieder zugehoert und uns gut amuesiert. danke und herzlichen glueckwunsch zum vordiplom 🙂

  2. Brini Says:

    Hey Jungs, ich bin ja wieder auf die neue Sendung gespannt! Nur werd ich sie wieder nicht streamen können, da ich genau zu der Zeit entweder noch auf Arbeit sitze oder, so wie heut grade beim Autofahren lernen bin…

    Vielleicht solltet ihr mit den Rentnern den Sendeplatz tauschen?!

    Trotzdem Daumen hoch für euch zwei und jippie juchee hinten dran 🙂

  3. Nachruf auf Hadayatullah Hübsch, gest. am 4.1.2011, Länge: 3,5 min Says:

    […] https://radiohoerbar.wordpress.com/2010/0… […]

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