Juppiläum

Juli 27, 2010


Der Sommer läuft auf Hochtouren und wir genießen die technische und mediale Unabhängigkeit im Schatten der Biergartenbäume Dresdens. Die Gebote stehen, eine Dekade ist um, denn die 10. Sendung bringt Jubiläumsstimmung. Am 30.6. wurde gesendet, für euch findet sich alles in der Mediathek. Auch wenn hier nicht immer eine Ankündigung passiert, weil die mittsommerliche Lethargie wirkt, die Sendungen laufen und laufen.

Als Nachtrag für die vorhergehende Sendung mit dem Thema Religion sei an dieser Stelle mal auf eine Doku verwiesen die den treffenden Namen RELIGULOUS trägt. Eine Mischung aus Religion und ridiculous. Das Drehbuch stammt von dem politischen Satiriker Bill Maher und lässt sich nur weiterempfehlen für all diejenigen, die der Sache doch ein paar tiefgründige Sachverhalte abgewinnen möchten und Fragen haben bzgl. all den offenen Zusammenhängen die uns die heiligen Schriften suggerieren. Fragt Herrn Google, er schickt euch den Link zum Film.

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Religion – Opium fürs Volk oder Ausdruck eines kollektiven Bewusstseins?

Juni 19, 2010


„Vertraue niemanden der behauptet die Wahrheit zu kennen, sondern immer dem der nach ihr sucht“, ist dann der Glaube glaubwürdig?
Wir wissen es nicht und haben uns auf die Suche gemacht. Gefunden haben wir Hadayatullah Hübsch, er ist Imam Dschuma der Nuur-Moschee in Frankfurt a.M. und bereits seit 40 Jahren auf dem Weg eines gläubigen Moslems. Er ist ebenfalls großer Schriftsteller mit einer turbulenten Vergangenheit und dem Höhepunkt im Jahre 1968. Die Studentenrevolte, der Umbruch und Aufbruch in eine freie Welt.
Hübsch war am ersten Juniwochenende zu Gast in Dresden und hat unsere 9. Sendung bereichert und Verständnis eingeräumt zum kritischen Thema ISLAM und all den Konflikten ringsum. Die konventionellen Vorstellungen darüber lasten als dunkler Schleier im Gemüt der Mehrheit.
Aber irgendwie hat sich ein verzerrtes Bild eingebrannt dass nun kritisch hinterfragt werden sollte, denn das Motto der Gemeinde in der Hübsch lebt lautet LOVE FOR ALL, HATRED FOR NONE. Nix mit Terror und evil Kampfpanzermanier. Kein Paradies mit Flüssen aus Honig und Wein, kein Harem mit unzähligen Jungfrauen, Nein. Nach dem Tod kann es kein materialistisches Dasein geben, diese Vorstellungen sind Fehlinterpretationen, die bisher nur dazu geführt haben, dass sich Buchstabengläubige in folgenschwere Taten stürzen. So sieht es Hübsch. Ob es nun ratsam wäre sich einem bestimmten Gott zu verpflichten sei jedem selbst überlassen.
Nach unserer Auffassung reicht ein gesunder Menschverstand aus, Werte und Normen als Grundlage zu akzeptieren die ein friedliches Zusammenleben gewährleisten und fördern. Denn das „Gott-gegebene“ Streben und jeweilige Auslegen der religiösen Richtlinien strudelt seit vielen Jahrhunderten im Teufelskreis der ewigen Konflikte und bescherte dem Menschen viel Leid und polarisierte die Differenzen mehr als dass es Heilung mitbringt. Aber wer hält die Dinge sonst zusammen und hat sie gar auf den Weg gebracht? Chuck Norris? Wer weiß…

Die Lebensregel von Erich Mühsam jedenfalls, ist doch als Orientierung recht angenehm:

An allen Früchten unbedenklich lecken;
vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken;
Künftiges missachten, Früheres nicht bereuen;
den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen;

dem Leben zuschauen; andrer Glück nicht neiden;
stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden;
am eigenen Schicksal unbeteiligt sein
das heißt genießen und geheiligt sein.

Wer nicht hören will muss lesen!

Juni 1, 2010


Liebe Kulturbelegschaft,
Hiermit möchten wir euch rechtherzlich einladen zu Lesung und Gespräch. Zu Gast in Dresden sind diese Woche Hadayatullah Hübsch und Michael Meinicke, zwei renommierte Schriftsteller und Repräsentanten der Beatgeneration. Hübsch war Kommune1 Mitglied, ist Imam der Nuur Moschee in Frankfurt a.M., hat über 100 Bücher geschrieben, war Vorsitzender des hessischen Schriftstellerverbandes. Meinicke ist Künstler, Zeitzeuge, war jahrelang politischer Häftling im DDR-Regime, Journalist und Beatnik schlechthin. Einer Schreiberling der freien Welt. Mit diesem Hintergrund versuchen die Querdenker Einblicke zugeben in ihr literarisches Lebenswerk aus Zeiten der Umorientierung zwischen Ost und West und IHR solltet das nicht verpassen denn LITERATUR MACHT GEIST. Zumindest geistig fit. Termine in Dresden sind wie folgt:

  • Donnerstag, 3.6. in der Scheune, Beginn 20 Uhr
  • Freitag, 4.6. im Kulturhaus Loschwitz, Beginn 20 Uhr

Für die heimlichen Leipziger unter euch gibt es am Samstag den 5.6. um 20 Uhr ebenfalls die Möglichkeit kulturelles Interesse zu zeigen, Hübsch und Meinicke lesen gemeinsam im des Geigers Rätsel (Dresdner Str. 25).

Weitere Infos zu den Personen findet ihr auf der BoomBooks website unter www.boombooks.de.

Wir werden selbstverständlich spannende Interviews vorbereiten für die übernächste Sendung, an der Religion werden wir vermutlich nicht vorbei kommen.

Morgen läuft die neue Sendung, Nummero 8, Thema wird sein: Lesen vs. Fernsehen!!! Ihr bekommt wie immer kritische Töne und reflektierende Rhetorik von uns zu hören. Im Interview haben wir Prof. Dr. Werner Jokubeit und Dipl. Kultur- und Medienpädagogin Nicole Trenkmann. Wir versuchen analytisch die beiden Medien zu differenzieren, Defizite aufzuzeigen sowie über Aussichten zu spekulieren. Schaltet ein, lasst euch berieseln oder gar aktiv teilhaben. Hört zu, guckt weniger Fern, lest Bücher und kommt zur LESUNG Leute!!!

die beste Medizin heisst Lieblingslieder

Mai 18, 2010

Unsere Playlist wird gewaltig, riesig, schier endlos in der dieswöchigen Sendung. Morgen ist es wieder soweit, am Mittwoch den 19.5. um 18 Uhr geht´s los. Diesmal wird es allerdings kein konkretes Thema geben, da wir uns doch eigentlich der Musik verschrieben haben und nun dem DJ im Herzen die Chance geben möchten die musikalisch Achterbahn zu fahren. Es gibt also ordentlich was auf die Ohren, ein Hit jagd den nächsten und zwischen durch gibt es ein paar Worte zum existenziellen Charakter der Musik. Schließlich sind es Lieblingslieder, die die innere Maschinerie am Leben erhalten. Klappen sie ihre Sitze vor und den Tisch nach oben. Hoerbar Airlines hebt ab…

Differenzkulturen im Mai

Mai 6, 2010


Hallo Stadtkinder und Dorfmenschen,
das Landleben wirft zwar mehr Ruhe ab und bietet Natur, doch gibt es ebenso gute Vorzüge, die Stadt als Lebensmittelpunkt zu wählen. „Die Rentabilität ist größer“ und „der Lebensaufwand geringer“ meint der Maler Eckhard Kempin. Er war heute Sendungsgast und in seiner Meinung auch zu erhören, da er seit 6 Jahrzenten als Künstler umhergeht zwischen Stadt, Land und Fluß. Der städtische Pluralismus lässt sich durchaus produktiv nutzen, ein Grund mehr der für die lärmerfüllte Betonlandschaft spricht. Das Stadtleben hingegen lässt sich sicherlich nur subjektiv bewerten, da es viele Leute als unabdingbares Übel und andere als Erfüllung der Lebensqualitäten betrachten.

Ein weiteres Phänomen ist der Lärm der Großstadt und jeder erfährt bei einem Gang durch die Stadt ihre sich stetig wandelnde Geräuschkulisse. Doch aus historischer Perspektive weiß man nur sehr wenig über die Entstehung und die Wandlungen der „Klanglandschaft“ Großstadt. Während sich die historische Stadtforschung in den vergangenen Jahren immer wieder mit der „Kultur des Visuellen“ sowie dem literarischen Bild beschäftigte, wurde die Frage nach dem Hören in Ballungsräumen noch kaum gestellt. Seit neuesten jedoch, will das der Historiker Dr. Daniel Morat ändern. Im Rahmen seines Forschungsprojektes „Die Klanglandschaft der Großstadt“ untersucht er der FU Berlin „Kulturen des Auditiven“ am Beispiel von Berlin und New York. Dabei erforscht er zum einen die Hörbedingungen, unter Berücksichtigung der Entwicklung neuer akustischer Medien, vor allem aber auch, wie Geräusche aufgenommen, verarbeitet und angeeignet wurden. Soweit mal zur Ergänzung des gestrigen Themas. Was haltet ihr denn von Urbanisierung in Zeiten des demographischen Wandels? Unterm Pflaster liegt der Strand!!!
Wer es nicht schafft die derzeitige Ausstellung vom Maler Kempin im Herzzentrum der Uniklinik zu besuchen, dem sei hier ein kleiner veralteter Link überlassen: www.kempin-art.de. Noch in diesem Jahr erscheint ein Künstlerportrait von ihm in Form einer DVD via boombooks (www.boombooks.de). Mehr wird vorerst nicht verraten. Schaltet einfach wieder rein. Die nächste Sendung findet am 19.5. statt, euch erwartet eine musikalische Stunde mit Lieblingsliedern und guten Gründen für diese Selbstbewertung der Songs.
Man hört sich

Das Leben in der Stadt

Mai 2, 2010

Hallo liebe Blogger und Radiohörer, diesen Mittwoch (5.Mai) nehmen wir uns das Thema „Leben in der Stadt“ zur Brust. Zu hören gibts unsere Ansichten zum Thema, Meinungen anderer (seid gespannt) und viel Musik. Na, hört sich doch gut an, was?! Also auf alle Fälle lohnenswert die Sendung zu verfolgen (diesmal mit funktionierendem Server). Sendezeit? Von 18 bis 19 Uhr!

Also, leiht uns ein Ohr, ihr werdet es nicht bereuen.

Viele Grüße

PS: Wer von euch gern per Mail informiert werden möchte wann die nächste Senung ist und was dort geschieht, der schreibt uns an kontakt[ät]koeter-almanach.de und schon landet ihr im Verteiler. Nichts missen müssen, yes

Raufbeamen bitte, bin gleich soweit

April 21, 2010

Herr Stubbs hält Ausschau nach den Sturmwolken

Wir haben es endlich geschafft das Konzept erfolgreich zu praktizieren und den Strom abgestellt. Das habt ihr sicherlich gemerkt, denn der Live Stream war mausetot. Die Einsicht ist da: Ohne Strom lässt sich schlecht Internetradio hören und das fetzt ganz und gar nicht, zumal es heute richtig stressig war alles umzusetzen und peinlich obendrein. Vielleicht hilft es ja ein paar Worte zu verlieren und den Inhalt schriftlich darzulegen. Also das Thema hieß ZUKUNFT. Die scheint unsere Sendung nicht zu haben, denn ich ärgere mich noch immer schwarz. So kann es enden wenn man zu große Erwartung an die Technisierung der Zukunft hat.

Im Interview hatten wir LEATHERFACE, ein Methusalem im Pommy-Bandbusiness, denn die Gründung der Kapelle liegt schon 22 Jahre in der Vergangenheit. Die UK´ler waren am 12.4. in Dresden zu Gange und haben ihr neues Album THE STORMY PETREL zum Besten gegeben. Gesprochen haben wir mit dem Dickie Hammond, seines Zeichens Gitarrist der Band, und Frontmann Frankie Stubbs. „The future is very very bleak and capitalism is not working, it´s shit“, meint Hammond, Stubbs sieht das ähnlich und erklärt “The world is getting more and more fucked up”. In seinem Sunderland-Akzent klingt das allerdings vielmehr metaphorisch und poetisch, ein Pessimist also, oder Realist? Die Prognose scheint bisher nicht widerlegbar und da Karl Popper auf seine Falsifizierbarkeit besteht, gehen wir mal etwas unpassend von düsterer Spekulation aus. So soll das aber auch sein, denn schließlich lieben wir an Leatherface die raue Melancholie.
Zukunftswerkstatt“ heißt eine Projektinitiative, die wir ebenfalls vorgestellt haben. Das Ziel dieser Kampagne ist es, Kindern und Jugendlichen den kreativen Entscheidungsprozess zu erleichtern indem man miteinander die gute alte Kommunikation betreibt. Für diejenigen Interessenten unter euch gibt es hier einen Weblink: www.zwnetz.de/pages/einblick.html .

Ob wir nun zukünftig den globalen Crash oder die lang ersehnte Utopie ansteuern, haben wir allerdings nicht ganz rausfinden können. Wenn man den Indizien und Tendenzen vertraut, so schleicht sich durchaus Skepsis ein. Die meisten Trends scheinen Augenwischerei und Ablenkung vom Eigentlichen. Es bleibt beim eigenen Denken, Meinung bilden!

Zu guter letzt sei noch auf die Internetseite vom Michael Meinicke verwiesen, er ist Beatnik, Autor, Künstler und Zeitzeuge und hat unsere heutige Sendung mit dem Text ZUKUNFT bereichert. Ein Hoch. www.Michael-Meinicke.de .

So das war alles, sicherlich war der heutige TechnikCrash kein Zeichen der drohenden Zukunft und hoffentlich verzeiht ihr die Panne. „Das ist das wahre Wunder der Technik, dass sie das, wofür sie entschädigt, auch ehrlich kaputt macht.” In diesem Sinne. Heidewitzka
PS: Nächstes Thema heißt STADTLEBEN, im Interview TURBOSTAAT. Ahoj

Server down

April 21, 2010

Der Server ist abgeschmiert und scheint nicht wieder hoch zu fahren. Es ist zum verzweifeln…

Stromausfall aber die Sonne scheint

April 7, 2010

Das Leben ohne Strom scheint ein interessantes Gedankenspiel zu sein. Wer kann sich das schon vorstellen? Ihr vielleicht? Mit Abstrichen und Ansprüchen dürfte es ein spannendes Experiment sein, zeitweilig die Sicherung herauszuschrauben. Wir werden es versuchen, früher oder später und ihr solltet das auch mal probieren, zumindest im Kopf. Funktioniert die alltägliche Routine dann noch? Welche Schwierigkeiten gibt es und welche Erleichterungen gehen damit einher? Stromlosigkeit entschleunigt das Leben radikal! Klingt doch gut, aber wie koche ich dann Wasser und wo lade ich mein Handy auf? Der Strompreis ist trotz allem nicht gerechtfertigt oder etwa doch?
So ähnlich sahen die Gedanken zum letzten Thema aus. Anhand der Einschaltquoten von heut abend lässt sich recht schnell schlussfolgern, dass kaum jemand zuhört wenn im Vorfeld keine Rundmail auf die Sendung hinweist, bei Sonnenschein sollte wirklich keiner vor dem Rechner sitzen. Aber keine Bange, ihr verpasst nichts, schließlich kann man ja alles in der Mediathek nachträglich anhören. Tut das doch mal und gebt ein Kommentar ab! Man tappt ja irgendwie im Dunkeln wenn keiner kommentiert und das obwohl der Strom noch da ist!
Die nächste Sendung läuft am 21.4. wie gehabt von 18 bis 19 Uhr und steht unter dem Thema ZUKUNFT. Sachen mit sich selbst zu erklären ist peinlich, jeder weiß um was es geht. Gegenstand wird sein: die Zukunft des Einzelnen, von allen und allem.
Bis gleich

Aus 2 mach 3

April 6, 2010

Eiersuche beenden!!! Für unsere Sendung „Leben ohne Strom“, werden wir Besuch von einer jungen Dame bekommen. Jene kann uns viele spannende, lustige und unterhaltsame Anekdoten zu dem dieswöchigen Thema berichten. Seid gespannt. Gruß an die Hörer und Blog-Freunde.